Schwäbische Springerle

Dieses Rezept Schwäbische Springerle hat eine lange Tradition und wird heute vorwiegend nur noch zur Weihnachtszeit als leckeres originelles Gebäck für einen bunten Plätzchenteller, gebacken.
Für die verschiedenen Formen werden handgeschnitzte Holzmodel verwendet, welche von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Man kann sie aber auch in der Vorweihnachtszeit in guten Haushaltsgeschäften, oder oft sehr schöne alte Motive auch auf Flohmärkten, finden.
Die Zubereitung erfordert etwas Zeit und Geduld.
Das Ergebnis ist ein nicht alltägliches Gebäck, mit besonders schöner Optik.

Zutaten: für ca. 60 Stück

Für den Teig:
4 – 5 Eier je nach Größe mit
Schale gewogen 250 – 270 g
250 g Puderzucker
250 g feiner Kristallzucker
575 g Mehl Type 405
1 Prise Salz
1 Messerspitze Hirschhornsalz
oder Haushaltsnatron
2 – 3 TL Kirschwasser oder
Himbeergeist
Zum Formen der Springerle:
Verschiedene Holzmodel
Einen stumpfen weichen Pinsel
1großes oder kleines Wellholz
Ein Messer mit Zacken oder
ein Kuchenrädchen
Für das Backblech:
Etwas Margarine
Ofenfestes Backpapier
1 EL Anissamen pro Backblech

Bild von Schwäbische Springerle

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Zubereitung:

Für die Zubereitung zuerst die Eier in eine Rührschüssel geben.
Da es sich hier um ein altes Rezept handelt und die Hühnereier früher in der Größe mal groß, oder klein waren, gerade so wie die Hühner sie gelegt haben, wird hier das Gewicht der Hühnereier(mit Schale gewogen) angegeben.
Mehl mit einer Prise Salz und einer großen Messerspitze Hirschhornsalz oder Natron mischen, in eine Schüssel durchsieben.
Die aufgeschlagenen Eier in der Rührschüssel zuerst mit dem elektrischen Handmixer schaumig aufschlagen.
Puderzucker und Zucker zu den Eiern hinzu geben und nun auf niedrig eingestellter Stufe (Stufe 1), mit dem elektrischen Handmixer, in 12 – 15 Minuten eine weisschaumige Eier/Zuckermasse rühren,
nicht auf höchster Stufe schaumig schlagen.
Oder mit einem herkömmlichem Rührlöffel 30 Minuten rühren, bis sich der Zucker ziemlich aufgelöst hat.
Das gesiebte Mehl in 2 – 3 Portionen zügig unter die Schaummasse unterrühren, dabei den Rest vom Mehl
mit der Hand locker unterkneten.
Dieser Teig ist weich und nicht so fest, wie ein sonst herkömmlicher Mürbteig, sollte aber dennoch gut formbar sein, wobei zu beachten ist, dass der Teig nach kühler Lagerung noch etwas fester wird.
Den Teig ringsum mit etwas Mehl bestäuben und in eine Plastikfolie geben und für ein paar Stunden, noch besser
über Nacht im Kühlschrank durchkühlen lassen.
Für die Springerle immer gerade soviel Teig aus der Tüte nehmen wie benötigt wird und auf einer mit Mehl ausgestreuten Arbeitsfläche etwa 1 cm dick (nicht dünner) mit einem Wellholz ausrollen.

Springerle

Das Holzmodel mit der Schnitzerei nach oben auf den Tisch legen, dabei kein Mehl darüber streuen.
Das Teigstück, mit der unteren leicht mit Mehl bestreuten Seite auf das Holzmotiv legen und mit den Fingern in die Vertiefungen des Holzmodels eindrücken.
Oder zuletzt nicht zu fest ein- bis zweimal mit dem Wellholz darüber rollen.
Das Model samt Teig hochheben, umdrehen und wieder auf den Tisch legen.
Jetzt kann man problemlos das Holzmodel vom Teig heben und ablösen, es erscheint darunter ein schön ausgeformtes Springerle.
Kleine Mehlreste am geformten Springerle nun mit einem Pinsel vorsichtig abpinseln. Anschließend das Gebäck mit einem Messer ringsum ausschneiden, noch hübscher ist es, wenn man es mit einem gezackten Kuchenrädchen ausradelt und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legt.
Das Holzmodel, vor jedem erneuten Gebrauch trocken mit dem Pinsel von anhaftendem Mehl oder kleinen Teigresten abpinseln, damit das filigran eingeschnitzte Muster nicht seine Form verliert
Wieder ein auf der Unterseite mit Mehl eingestäubtes, etwa 1 cm dickes Stück Teig auf das Model aufdrücken, umdrehen, das Model hochheben und auf diese Weise fort fahren, bis der ganze Teig aufgebraucht ist.
Die Springerle nun über Nacht, ohne sie abzudecken, in der Küche zum Trocknen stehen lassen.
Dadurch wird die Oberfläche mit dem eingedrückten Muster hart und behält später beim Backen sein Aussehen.
Der untere feuchte Teil der Springerle, geht während dem Backen etwas in die Höhe und bekommt so genannte Füßchen, wie es auch bei den Weihnachtsgebäcken Vanillebrötchen und Anisbrötchen der Fall ist.
Am nächsten Tag vor dem Backen legt man ein nasses Küchentuch auf den Tisch, nimmt die getrockneten Springerle vom Backblech und legt sie nur mit der Unterseite gerade solange auf das feuchte Tuch, bis man das Backpapier mit etwas Anissamen bestreut hat.
Danach werden die Springerle wieder auf das Backblech gelegt und in den auf 160 ° C vor geheizten Backofen, auf der mittleren Einschubleiste eingeschoben und mit Ober/Unterhitze ca. 10 - 12 Minuten gebacken.
Danach wird die Backofentemperatur auf 130 ° C zurück geschaltet und die Springerle in weiteren ca. 10 - 12 Minuten fertig gebacken.
Da jeder Backofen etwas anders bäckt, muss man die Temperatur beim ersten Blech testen.
Die Oberseite der Springerle sollte auf jeden Fall schön hell bleiben, die Unterseite dagegen zart gelb erscheinen. Nicht zu lange backen, da das Gebäck sonst zu hart wird.
Mit einer breiten Palette, die noch warmen, weichen Springerle vom Backpapier lösen und auf einem Kuchenrost zunächst auskühlen lassen.
Anschließend auf eine große Platte oder einen Teller auslegen und locker mit einem Küchentuch aus Baumwolle abgedeckt im Freien, auf dem Balkon oder der Küchenveranda oder an einem anderen kühlen, etwas feuchten Ort, mindestens 1 Woche stehen lassen, damit die Springerle etwas weicher im Biss werden.
Danach kann man die Springerle nach Wunsch in eine Dose umfüllen, dabei aber den Dosendeckel etwas geöffnet halten, denn sonst könnte es sein, dass die Springerle wieder hart werden.
Eine andere moderne Art der Aufbewahrung wäre, wenn man die frisch gebackenen Springerle gerade abkühlen läßt, danach in eine Gefriertüte verpackt einfriert.
Etwa 30 Minuten vor dem Verzehren gerade soviel Springerle wieder aus der Kälte nehmen, bei Raumtemperatur auftauen lassen und genießen.


Nährwertangaben:

Bei 60 schwäbischen Springerle, hat 1 Stück ca. 70 kcal und
ca. 0, 5 g Fett

Verweis zu anderen Rezepten:
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