Schwäbisches Hutzelbrot

Für dieses Rezept schwäbisches Hutzelbrot, auch unter dem Namen Früchtebrot, oder schwäbisches Schnitzbrot bekannt, werden zuerst am Abend vor der Zubereitung die getrockneten Früchte und Rosinen, in einem Gemisch aus Wasser, Wein und Rum über Nacht eingeweicht.
Hutzeln sind im Schwäbischen Sprachraum eine kleine Birnensorte, welche sich im frischen Zustand nicht besonders gut zum Verspeisen eignet, da sie besonders hart und sehr herb im Geschmack ist.
Deshalb werden Sie für den Wintervorrat getrocknet. Und weil die schwäbische Hausfrau nichts verkommen lässt wird daraus zur Advents- und Weihnachtszeit ein leckeres Hutzelbrot, zusammen mit anderen getrockneten Früchten, gebacken.

Zutaten: für für 1500 g Hutzelbrot

500 g dunkles Weizenmehl Type 1050
21 g frische Hefe oder 1 Beutel Trockenhefe
½ TL Salz
100 g Zucker
1 Ei
250 ml lauwarmes Einweichwasser
1 TL Zimt
1 Messerspitze gemahlenes Nelkenpulver
1 Messerspitze gemahlenes Anispulver
60 g ganze Haselnüsse
60 g Walnüsse
Ein paar Mandeln zum Garnieren
Außerdem:
500 g getrocknete Früchte
Bestehend aus Birnen, Pflaumen, Feigen, Aprikosen,
eventuell auch Äpfel
75 g Rosinen
Zum Einweichen der Früchte:
1/8 Liter trockener Rotwein
Reichlich ½ Liter kaltes Wasser
Etwa 100 ml Rum oder Kirschwasser

Bild von  Schwäbisches Hutzelbrot

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Zubereitung:

Und so wird es zubereitet.
Die am Tag zuvor eingeweichten Früchte rechtzeitig in ein Sieb geben und gut abtropfen lassen, dabei die Einweichflüssigkeit auffangen.

Frische Hefe mit etwas lauwarmem Wasser, einer Prise Zucker und Mehl in einer kleinen Schüssel anrühren und etwa 10 Minuten zum Gären in der warmen Küche stehen lassen.
Bei Verwendung von Trockenhefe, diese gleich mit dem Mehl vermischen, da entsteht keine Wartezeit.

Das Mehl, Salz, Zucker, die Gewürze in eine große Backschüssel geben und alles miteinander vermischen.

Mit der Hand eine tiefe Mulde in das Mehl eindrücken, die gegärte Hefemischung in die Mitte einfüllen.

Vom Einweichwasser der Früchte 250 ml abmessen und gut lauwarm erwärmen.
Zusammen mit der warmen Brühe und einem Ei mit den Knethaken des elektrischen Handmixers einen geschmeidigen Hefeteig schlagen. Sollte er noch sehr kleben, immer wieder etwas Mehl hinzu geben. Der Teig sollte aber nicht zu fest werden.

Mit einem Tuch zugedeckt, an einem warmen Ort gut 1 Stunde oder länger stehen lassen, bis sich das Teigvolumen deutlich vergrößert hat.

In der Zwischenzeit die eingeweichten Birnen in einem kleinen Topf mit Wasser zusätzlich 15 Minuten lang weich kochen.

Die Birnen herausnehmen, abtropfen lassen, das Kochwasser aber wiederum gut aufheben, das braucht man später zum Einpinseln der Hutzelbrote.

Die ganzen getrockneten Früchte mit einem Messer in kleinere Stücke schneiden.
Bei den Birnen und Feigen die eventuell stehen gebliebenen harten Stielansätze entfernen.

Nachdem der Teig etwas in die Höhe gegangen ist, diesen aus der Schüssel nehmen und auf eine gut mit Mehl bestreute Arbeitsfläche geben.

Die zerkleinerten Früchte, wiederum zusammen mit etwas Mehl unter den Teig kneten.
Zuletzt den Teig etwas platt drücken und die ganzen Haselnüsse und etwas zerkleinerte Walnüsse darüber streuen und ebenfalls in den Teig einarbeiten.
Aus dieser Teigmenge kann man zwei große oder 4 kleinere Früchtebrote formen.

Den Teig in die Form eines kleinen länglichen Brotlaibes formen und ringsum gut in Mehl wälzen, damit die Oberfläche etwas glatt wird.
Nach eigenem Geschmack ein paar ganze Mandeln an der Oberseite dekorativ eindrücken, und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Kuchenblech legen.
Dieses Hutzelbrot wiederum locker um ein Ausstrocknen der Oberfläche zu vermeiden mit einem großen Stück Aluminiumfolie abdecken.

Den Backofen auf 50 ° C vorheizen, das Kuchenblech mit den Hutzelbroten etwa 1 Stunde im Backofen etwas lockerer aufgehen lassen.

Die hochgegangenen Hutzelbrot der Backröhre entnehmen, die Abdeckenung entfernen und anschließend mit Hilfe von einem Pinsel mit der warmen Brühe vom Birnen- Kochwasser einpinseln.

Die Hutzelbrote auf diese Weise, nun ohne Abdeckung auf dem Backblech in den Backofen auf der unteren Einschubleiste zunächst bei 200 ° C mit Ober/Unterhitze ca. 30 Minuten backen, anschließend auf 180 ° C zurückdrehen, wiederum mit der Brühe einpinseln und weitere 45 Minuten backen, dabei immer wieder mit der Brühe etwas benetzen.
Dabei kann man, wenn die Brote zu sehr an der Oberfläche braun werden, diese in den letzten 15- 20 Minuten der Backzeit mit Backpapier abdecken.

Die Hutzelbrote aus dem Backofen nehmen, auf einem Kuchengitter auskühlen lassen, dabei wiederum mit Brühe, diesmal auch den Boden des Brotes, einpinseln und die Hutzelbrote an einem kühlen Ort gut abtrocknen lassen, was unter Umständen schon 1 - 2 Tage dauern kann.
Erst dann die Hutzelbrote locker in Alufolie oder in Frischhaltefolie mit ein paar eingestochenen Löchern verpackt bis zum Anschneiden ein paar Tage an einem kühlen Ort (kein Kühlschrank) ruhen lassen.
Danach steht einem Genießen von einem würzigen, nach diesem Rezept auch nicht zu süßem Hutzelbrot, im Wege.


Tipp:

Besonders gut schmeckt dieses Früchtebrot, wenn es in dünne Scheiben geschnitten wird.
Dünn mit Butter bestrichen ist dieses Brot auch zum Frühstück ein besonderer Genuss.
Anstatt der einzelnen, verschiedenen Gewürze, kann man auch 2 gestrichene TL fertiges Lebkuchengewürz unter das Mehl mischen.
Bei den Trockenfrüchten gibt es in gut sortierten Supermärkten oder im Reformhaus Trockenfrüchtepackungen mit 400 g Inhalt zu kaufen. Diese kann man gut zusammen mit extra Rosinen zu diesem Rezept verwenden.
Noch länger kann man dieses schwäbische Hutzelbrot genießen, wenn man etwa die Hälfte vom Brot gleich in Scheiben aufgeschnitten für eine andere Gelegeheit einfriert.

Nährwertangaben:

100 g Hutzelbrot, das sind 4 dünne Scheiben, wie auf dem Foto zu sehen, haben ca. 300 kcal und ca. 7 g Fett

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